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Rezension zum Buch:
Der Schwarm

Autor: Frank Schätzing

Der Schwarm
TitelDer Schwarm 
Autor Frank Schätzing
Seiten997 
VerlagFischer  
erschienen2005 
ISBN978-3596164530 
Bewertet mit 9 von 10 Punkten.
9 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Das Buch stand lange Zeit in den Top-Ten der Romane im Spiegel. Ich fand, das sei ein Grund, einmal das Buch zu lesen.

Über dieses Buch.

Offenbar hat sich die Natur gegen den Menschen verschworen. Überall in der Welt kommt es zu seltsamen Verhaltensweisen der Meeresbewohner. Zu allem Überfluss finden sich merkwürdige Organismen, die weite Teile des Meeresbodens bedecken. Niemand kann zunächst einen Zusammenhang zwischen all den Ereignissen erkennen. Einzig einem Biologen, Sigur Johanson, schwant Schlimmes. Er sieht die Ereignisse als Vorboten einer Katastrophe. Was nun ansteht, ist die Suche nach dem oder den Urhebern der Angelegenheit. Und die Suche hat es in sich.

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Buchkritik.

Das Buch ist einfach gelungen. Es umgarnt den Leser mit Spannung und kurzen Momenten der Ruhe. Alle aufgegriffenen Handlungsfäden zielen auf die finale Wendung hin ab. Was allerdings die Wendung sein wird, verrate ich an dieser Stelle nicht. Es würde doch zu sehr den Lesegenuss mildern.
Kleine lokale Merkwürdigkeiten und Unstimmigkeiten ufern aus. Bald sind ganze Länder und Kontinnte in ihrer Existenz gefährdet. Es kommt auch eine enorme Flutwelle, ein so genannter Tsuanmi im Buch vor. Und hier ist die Verknüpfung zur Realität plötzlich da. Der Tsunami, der weite Teile in Südostasien verwüstete, zeigt leider allzu deutlich, wie treffend im Buch eine solche Katastrophe beschrieben wurde. Glücklicherweise entstand das Buch zeitlich vor dem Unglück, sonst hätte man leicht den Verdacht haben können, dass der Autor auf der Welle der Aufmerksamkeit einfach nur mitschwimmen wollte. So ist aber in einigen Fällen überliefert, dass das Buch mit seiner treffenden Beschreibung dem Ein oder Anderen eine Warnung war und so auch Leben retten konnte.
Das Buch ist insoweit bedrückend, da die Vorfälle nicht gänzlich als Fiktion abgetan werden können. Solide recherchiert macht es Stellenweise sogar Angst vor den Auswirkungen eines vermeintlich kleinen Unglücks. So kommen durch die merkwürdigen Tiefseeorganismen die Methaneisplatten an den Kontinentalplatten in eine instabile Lage. Die Folge ist ein Abrutschen im Meer, was eine grosse Flutwelle auslöst, die weite Teile der Nordseeanrainerstaaten überrollt. Wissenschaftler und andere kluge Köpfe versuchen nun, im allgemeinen Wirrwar einen kühlen Kopf zu behalten, um Herr der Lage zu bleiben. Militär und Polizei versuchen, die Ordnung zu erhalten. Alles in Allem ein schwieriges Unterfangen.
Letztendlich kann die Mannschaft der handelnden Personen die vermeintliche Quelle für die Merkwürdigkeiten lokalisieren.

Mein Tipp, 9 Punkte. Das ist ein Buch, welches man gelesen haben sollte. Es ist zwar recht umfangreich, aber kurzweilig geschrieben. Man ist doch recht erstaunt, wenn der Moment kommt, an dem das Buch keine Seiten mehr hat. Gerne hätte ich noch etwas mehr gelesen.

Lan (6/2006)

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