RSSNeue Rezensionen als RSS

Rezension zum Buch:
Sterntagebücher

Autor: Stanislaw Lem

Sterntagebücher
TitelSterntagebücher 
Autor Stanislaw Lem
Seiten478 
VerlagSuhrkamp 
erschienen1978 
ISBN3-518-36959-8 
Bewertet mit 8 von 10 Punkten.
8 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Als mir bekannt wurde, dass Stanislaw Lem Anfang 2006 verstarb, habe ich noch mal in meinen Bücherschrank gesehen und dabei fiel mir dieses Buch von ihm als Erstes in die Hände. Da es schon ein wenig her ist, dass ich dieses Buch gelesen hatte, habe ich es erneut zur Hand genommen.

Über dieses Buch.

Bei diesem Buch handelt es sich nicht um einen Roman, sondern vielmehr um eine Sammlung von Kurzgeschichten, die als die Sterntagebücher des Ijon Tichys beschrieben werden. Aus der Sicht des Kosmonauten kann der Leser einige Reisen des Hernn Tichys verfolgen und so völlig neue Einblicke in den Kosmos und die Zukunft erhalten.

Werbung

Buchkritik.

Schlecht kann das Buch nicht sein, denn sonst hätte ich es sicherlich nicht noch einmal gelesen. Man merkt, dass Lem nicht bloss ein Autor ist, dem die Phantasie durchgeht. Seine Visionen sind fundiert und voller Charme. Bedenkt man dabei, dass das Buch um 1971 entstanden ist, so verwundert es nicht, dass einige Dinge mittlerweile schon Realität geworden sind. Köstlich ist bereits die erste Geschichte, in der er bei einem Raumflug in eine Zeitverschiebung gerät und folglich mit sich selber in verschiedenen Ausführungen beschäftigt ist. Da ist er als der Ijon vom Mittwoch, der sich mit seinem Alter-Ego vom Donnerstag um einen Raumanzug streitet. Als er dann zu dem Ijon vom Donnerstag wird, hat er es noch mit dem vom Freitag zu tun. Es ist einfach amüsant zu lesen, wie sich solche Zeitsprünge entwickeln können.

Witzig und voller Andeutungen ist auch die Geschichte, in der er als getarnter Roboter auf einen Planeten geschickt wird, der von Robotern bevölkert wird. Dort soll er in Erfahrung bringen, was mit den hunderten Agenten geschehen ist, die schon vor ihm zu diesem Planeten geschickt wurden. Im Verlaufe seiner Ermittlungen stellt sich heraus, dass sämtliche Bewohner des vermeintlichen Roboterplaneten getarnte Menschen sind, die allesamt um ihre Entdeckung fürchten.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Lem eine wunderbare Art hat, komplizierte Zusammenhänge und Ideen zu beschreiben. Zugegeben, es ist nicht immer leicht den Gedanken zu folgen, aber man wird durch wunderbare Ideen dafür entschädigt. Zudem sind seine Bücher zeitlos. Zwar erscheint hin und wieder eine Sache etwas altbacken, aber wer hätte auch 1972 schon vermutet, dass es 2006 Telefone gibt, die schon wieder so winzig sind, dass man sie kaum mehr bedienen kann.

Für dieses Buch sind 8 Punkte eine gute Sache. (Ich muss mir noch einmal mein Lieblingsbuch von Lem vornehmen.)

Lan (9/2006)

Weitere Bücher von: Stanislaw Lem