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Rezension zum Buch:
Der Mastercode

Autor: Scott McBain

Der Mastercode
TitelDer Mastercode 
Autor Scott McBain
Seiten546 
VerlagKnaur 
erschienen2005 
ISBN3-426-62902-X 
Bewertet mit 10 von 10 Punkten.
10 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Ehrlich gesagt, kannte ich den Autor bis dahin nicht. Mir gefiel beim Stöbern in der Buchhandlung einfach das Buchcover. Schnell umgedreht, den Rückentext gelesen und schon wurde es gekauft. Auch so findet man zu neuen Autoren.

Über dieses Buch.

Das Buch ist ein Thriller, in dem es um eine Verschwörung gegen die Menschheit geht. Ein globales Computernetzwerk mit Namen "Mother" dient primär den Menschen, ist aber in der Hand skrupelloser Verschwörer eine gewaltige Waffe zur Beherrschung der Welt. Übrig bleibt eine junge Finnin, die den Mastercode zur Abschaltung des Systems kennt.

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Buchkritik.

Wow. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, kommen einem schon Zweifel ob der Richtigkeit des Datensammelns diverser Gruppen. Aber alles der Reihe nach.
Man denke daran, dass das Buch 2005 erschienen ist, also in unseren Tagen. Scott McBain hat sich seine Gedanken gemacht, was wohl in der nahen Zukunft die Computerisierung bringen kann. Ganz so, wie George Orwell in seinem Buch 1984. Wobei Orwell zu seiner Zeit noch keinen blassen Schimmer von der Leistungsfähigkeit heutiger Computersysteme hatte. Aber Scott McBain greift die Idee von Orwell, einer totalen Kontrolle der Bürger, auf und transportiert sie in die heutige Zeit.
Das Computersystem "Mother" fängt ganz langsam an, die totale Kontrolle über die Menschen zu erlangen. Zunächst fördert der Zusammenschluss einiger Datenbanken lediglich die Bequemlichkeit der Bürger. Was ist schon so schlimm daran, wenn bei einem Einkauf sofort die Waren bezahlt werden. Oder es ist doch praktisch, das Parkaus nicht extra bezahlen zu müssen, weil ja der Computer des Parkhauses mit dem der Bank vernetzt ist. Schlimm wird es dann, wenn man das Kaufhaus nicht mehr betreten darf, weil ja der eigene Kreditrahmen nicht mehr langt. Und so greift eine Datenbank in die nächste.
Mittlerweile ist es in dem Roman soweit, dass DNA-Daten bei Geburt in "Mother" gespeichert werden. Der Computer entscheidet dann über die Zukunft des betreffenden Menschen. Beruflicher und privater Werdegang werden anhand von DNA und Umfeld vorbestimmt. Einen Ausbruch aus dem Datendiktat gibt es nicht. Wer nicht in "Mother" gespeichert ist, den gibt es nicht, der hat keine Chance mehr. So ergeht es ganzen Ländern, deren Einwohner aufgund der "Mother"-Einschätzung als Organspender für die Reichen klassifiziert werden. Die Politik hat schon längst ihren Einfluss verloren, da auch die Machthaber von "Mother" ausgewählt werden.
Einzig einer der ursprunglichen Entwickler von "Mother" hat dies vorausahnen können und seine Vorkehrungen getroffen. So hat er einen Mastercode eingebaut, mit dem sich das komplette System abschalten läßt. Teile des Codes liegen bei der jungen Finnin Pia, die nun gegen alle Widerstände versucht, den Code einzugeben. Ob ihr das gelingt, das sollte jeder Leser selbst herausfinden.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist unglaublich spannend und gar nicht mal so weit hergeholt.
Wer weiss schon genau, welche Daten heute schon über jeden Menschen gespeichert sind? Und wer hat auf diese Daten Zugriff?
Wer schützt die Systeme nachhaltig vor Mißbrauch?
Das Buch regt zum Denken an, daher gebe ich dem Buch 10 Punkte.

Lan (9/2006)

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