RSSNeue Rezensionen als RSS

Rezension zum Buch:
Die Insel des vorigen Tages

Autor: Umberto Eco

Die Insel des vorigen Tages
TitelDie Insel des vorigen Tages 
Autor Umberto Eco
Seiten555 
Verlagdtv 
erschienen1997 
ISBN3-423-12335-4 
Bewertet mit 5 von 10 Punkten.
5 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Nachdem man ja das Buch "Der Name der Rose" von Umberto Eco kennt, und auch den Film schon mehrfach bewundern konnte, kam der Zeitpunkt, an dem es ein weiteres Buch des Autor zu Lesen galt. Im Buchregal fand sich dann dieses Werk.

Über dieses Buch.

Im Buch wird ein Teil des Lebens des Roberto de La Grive beschrieben, der aus mysteriösen Gründen während eines Sturms Schiffbruch erleidet.
Glücklicherweise hatte er sich zuvor an eine Holztüre gebunden, so dass er nicht ertrinken konnte. Wie der Zufall es will, strandet er nicht an einer einsamen Insel, sondern auf einem Schiff. Leider ist auf diesem Schiff zunächst keine weitere Person zu finden. Dies ist jedoch nicht ganz richtig, er ist auf dem Schiff nicht alleine...

Werbung

Buchkritik.

Nunja. Der Roman spielt um das Jahr 1643. Zu der Zeit waren die Seemächte noch nicht in der Lage, zuverlässig die Längengrade der Erde zu bestimmen. Das Schiff, auf dem Roberto Zuflucht findet, ankert vor einer Insel, die genau an der Datumsgrenze liegt. So ist es auf dem Schiff schon einen Tag später als auf der Insel, wobei jedoch die Insel nur einen Katzensprung weit von Schiff entfernt ist.
Damit hat sich zumindest der Titel des Buches schon erklärt. Da Roberto allerdings nicht schwimmen kann und auch kein Boot aufzutreiben ist, liegt die Insel für ihn in unerreichbarer Weite, obwohl sie doch so nahe ist. Nach einiger Zeit entdeckt er, dass noch eine weitere Person auf dem Schiff ist. Es handelt sich dabei um einen Ordensmann, dem Pater Caspar Wanderdossel. Dieser ist ein Gelehrter, der ebenfalls auf der Suche nach der Datumsgrenze, dem Punto Fijo ist. Gemeinsam versuchen sie nun, einige Experimente dazu durchzuführen. Allerdings wird es wichtig, die Insel zu erreichen, um dort weitere Messungen tätigen zu können. Da den Beiden aber keine Möglichkeit gegeben ist, die Insel zu erreichen, versucht es der Pater mit einer gewagten Kontruktion. Er will die Insel zu Fuss mit einer Art Tauchglocke erreichen. Offenbar schlägt der Versuch fehl und der Pater verliert sein Leben. Nun ist Roberto wirklich allein auf dem Schiff.
Es ist schwer, einen Einstieg in das Buch zu finden, da Umberto Eco offenbar eine verwobene Sprache liebt. Einige Sätze schlängeln sich an verschiedensten Satzzeichen vorbei um mehrere Zeilen zum Seitenende hin. Zwischendurch werden sie auch noch um Einschübe und Abschweifungen derart erweitert, dass einem leicht der Sinn eines Satzes abhanden kommt. In den einzelnen Kapiteln schweift er dann auch vom Thema ab, um beispielsweise über mehrere Seiten hinweg über die Rolle der Taube in verschiedenen Kulturen zu philosophieren.
Zwichendrin findet der Leser den Werdegang des Roberto von Kindheit an erläutert, bis hin zu dem Zeitpunkt an dem er das Schicksal in die eigene Hand nimmt und das Schiff verlässt.
Geschrieben ist die Geschichte aus der Sicht eines unbeteiligten Beobachters, der eines Tages an die Aufzeichnungen des Roberto gelangt ist. Wie das passiert ist, wird nicht klar dargelegt, ist allerdings zum Verständnis des Buches auch nicht unbedingt wichtig.
Festzuhalten bleibt: Flüssig lesen lässt sich das Buch nicht; gänzlich schlecht ist es allerdings auch nicht. Ich gebe dem Buch daher 5 Punkte.

Lan (10/2006)

Weitere Bücher von: Umberto Eco