RSSNeue Rezensionen als RSS

Rezension zum Buch:
Diamond Age
Die Grenzwelt

Autor: Neal Stephenson

Diamond Age - Die Grenzwelt
TitelDiamond Age 
Autor Neal Stephenson
Seiten575 
VerlagBlanvalet 
erschienen1998 
ISBN3-442-24802-7 
Bewertet mit 6 von 10 Punkten.
6 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Das Cover des Buches sah vielversprechend aus. Zudem sagte es aus, dass das Buch mit einem Award ausgezeichnet sei und das die "Village Voice" in dem Autor einen "Quentin Tarrantino des Cyberpunk" sieht. Auf der Rückseite des Buches meint dann auch ein Autor des Cyberpunk, William Gibson (Autor des Kultbuches "Neuromancer"), das Buch sei "Schneller als alles, was Sie je gelesen haben". Wenn das alles keine Gründe sind, um das Buch zu Lesen...

Über dieses Buch.

Die Welt befindet sich Jahrzehnte in der Zukunft. Ein genialer Nanotechniker, John Percival Hackworth, entwickelt für seinen Arbeitgeber ein neuartiges Kinderbuch. Diese Fibel ist interaktiv und soll so für die Erziehung der Enkelin des mächtigen Lords dienen. Hackworth kopiert allerdings unerlaubt diese Fibel, um sie seiner Tochter geben zu können. Bei einem Überfall verliert er die Fibel, die so auf Umwegen in die Hände der kleinen Nell gelangt. Und dann beginnt die Suche...

Werbung

Buchkritik.

Tja. Die Weltordnung hat sich verändert. Anstelle der Staaten existieren nun verschiedene Kasten und Gemeinschaften. Abhängig sind alle von den so genannten MC (Materie Compilern), die die Dinge des täglichen Bedarfs aus Atomen zusammensetzen. Diese MC werden von den Feederleitungen gespeist, die ganze Kontinente miteinander verbinden. Wer jedoch die Feederleitungen kontrolliert, habe ich dem Buch nicht entnehmen können.
Die Luft ist geschwängert von Nanopartikeln, die verschiedene Aufgaben haben, sei es die Kontrolle der Grenzen oder einfach nur die Spionage. Werbung ist allgegenwärtig.
Hackworth arbeitet bei einer Firma, die mit Nanotechnik den Reichtum der Gruppe sichert. Die altehrwürdigen Herren sind die Dividendenlords, die offenbar nichts Produktives mehr machen. Ihre Klasse hat sich der viktorianischen Kultur verschrieben, in der Höflichkeit und Ehre über alles geht. So weit zur Vorgeschichte.

Der Lord möchte, das seine Enkelin aus dem starren Gerüst der Verhaltenregeln ausbrechen kann, dazu ist allerdings etwas Vorarbeit notwendig. Er beauftragt daher seinen besten Mitarbeiter mit der Konstruktion eines Erziehungsprogramms, der besagten Fibel. Nachdem Hackworth die Fibel fertig gestellt hat, kann er eine Kopie der Bauanleitung abzweigen und sie so in einem nicht überwachten MaterieComiler eine zweite Ausgabe der Fibel herstellen. Diese will er seiner Tochter zukommen lassen, um auch Ihr eine bessere Zukunft bieten zu können. Leider wird er bei der Rückreise von finsteren Gesellen überfallen, die ihm die Fibel entwenden.
Einer der Diebe, ein Junge aus einer unteren Gesellschaftsklasse, gibt die Fibel seiner kleineren Schwester, Nell. Als diese das Buch öffnet, beginnt die Fibel mit der Erziehung des Kindes. Hackworth versucht zwar, die Fibel wieder zu finden, erkennt aber bald, dass er dem Kind das Buch nicht mehr abnehmen kann. Nachdem die Fibel zum ersten Mal geöffnet wurde, kann man sie nicht mehr von der Person trennen. Er muss einsehen, das er seiner Tochter eine weitere Kopie anfertigen muss. Ab hier wird es dann ein wenig unübersichtlich.
Schell ist das Buch in der Tat. So hat man sich im ersten Kapitel an eine eingeführte Hauptperson gewöhnt, so überlebt diese das dritte Kapitel schon nicht mehr. Ab dann bleiben einem die Hauptpersonen allerdings erhalten. So nach und nach kristallisiert sich heraus, dass der Nanotechniker Hackworth eigentlich ein besonderes Eigenleben hat. Er will die Technik der Saat konstruieren, die nichts anderes bewirken wird wie die totale Neuordnung der Welt. Ob ihm das allerdings gelingt, wird hier nicht verraten. Es soll ja noch spannend bleiben.
Das Buch macht es einem nicht leicht, es zu bewerten. Der Autor schreib zwar recht lesefreundlich, hat aber hin und wieder einige Begriffe verwendet, die einem nicht sofort klar werden. Das macht einem dann doch das Verständnis etwas schwerer. Die Thematik ist durchaus interessant, wenngleich es hier und da dann doch etwas unglaublich wirkt. Alles in Allem sind für das Buch 6 Punkte angemessen.