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Rezension zum Buch:
Baudolino

Autor: Umberto Eco

Baudolino
TitelBaudolino 
Autor Umberto Eco
Seiten598 
VerlagHanser 
erschienen2001 
ISBN3-446-20048-7 
Bewertet mit 7 von 10 Punkten.
7 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Gefunden im Bücherregal. Wäre auch ein interessanter Titel für einen Roman. Dieser heisst aber Baudolino und stammt aus der Feder von Umberto Eco und stand bislang unbeachtet im Regal.

Über dieses Buch.

Das Buch schildert die Geschichte des Baudolino, der zur Zeit Kaiser Friedrichs, also um 1154 lebte. Ob Baudolino eine historisch verbürgte Person ist, wird nicht klar, ist aber auch nicht weiter wichtig. Baudolino ist ein Bauernsohn aus einfachen Verhältnissen, der auf glückliche Art Kaiser Barbarossa begegnet, der ihn mit auf seine Reisen nimmt. Letztendlich landet er in Konstantinopel, wo er einem Vertrauten die Geschichte seines Lebens erzählt.

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Buchkritik.

Das Buch war am Anfang bereits eine Herausforderung. In der vorliegenden Fassung waren die ersten 11 Seiten sehr schlecht lesbar. Lange Sätze ohne Satzzeichen, überwiegend Kleinschreibung, altes, nein uraltes Deutsch, und eine relativ schlecht lesbare Schriftart fordern doch glatt die Lesekondition heraus.
Ein Satzfragment als Beispiel: "ich hab gemacht den gröszten raub meines lebens indem ich genommen aus einem schrein des herrn bishoffs Otto vil bögen..." (S. 9)
Man ist versucht, die Lesung des Buches an der Stelle abzubrechen, oder zumindest diesen Teil zu überspringen. Leider weiss man dann nicht, ob in dem 1. Kapitel Wichtiges vermittelt wird. Also muss man sich da durchkämpfen. Ich kann nur sagen, tun Sie es, es lohnt sich. Nachdem dieser Teils des Buches überstanden ist, wird es flüssig zu Lesen. Im Gegensatz zu einem anderen Buch des Autors, "die Insel des vorigen Tages" schreibt Umberto Eco hier relativ kurze Sätze, die schön zu lesen sind. Seine Beschreibungen sind passend und selten zu ausschweifend. Was man dann erhält, ist eine flotte Geschichte des Mittelalters mit allen dazu gehörigen Zutaten.

Baudolino trifft im Alter von 13 Jahren auf Kaiser Barbarossa, der den Bauernjungen mit auf seine Reisen nimmt. Kaiser Friedrich behandelt ihn wie einen eigenen Sohn. Er bildet ihn aus und schickt Baudolino nach Paris, wo er seine Studien aufnimmt. Dort trifft er auch auf die Gefährten, die ihn viele Jahre auf seinen Reisen begleiten. Anfangs bleibt Baudolino im Umfeld des Kaisers, wo er mit Rat und Tat seinem Ziehvater zur Seite steht. Erst später, als Kaiser Barbarossa stirbt, zieht die Gruppe um Baudolino um die Welt.
Es gilt, das geheimnisvolle Reich des Johannes im fernen Osten zu finden. Nach langer, ereignisreicher Reise landet Baudolino in Konstantinopel, wo er sich vor den plündernden und mordenden Horden der Ritter des vierten Kreuzzuges verbergen muss. Dort trifft er auf Niketas, einen hohen Beamten aus Konstantinopel, der sich ebenfalls verstecken muss. Diesem erzählt er während der gemeinsamen Flucht aus Konstantinopel die Geschichte seines bisherigen Lebens.
Bis auf das erste Kapitel finde ich das Buch gelungen und spannend. Auch im Rückblick erscheint mir das erste Kapitel in diesem Umfang nicht notwendig gewesen zu sein. Aber gut, der Autor hat es so gewollt. Ich denke nur, dass sich einige von diesem ersten Kapitel abschrecken lassen und diesen an sich schönen Roman erst gar nicht weiter lesen wollen. Daher kann ich an dieser Stelle nur sagen: Halten Sie durch!
Dem Buch gebe ich 7 Punke.

Lan (11/2006)

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