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Rezension zum Buch:
Das Sakriversum
Roman einer Kathedrale

Autor: Thomas R.P. Mielke

Das Sakriversum - Roman einer Kathedrale
TitelDas Sakriversum 
Autor Thomas R.P. Mielke
Seiten485 
VerlagRowohlt 
erschienen1994 
ISBN3-499-13414-4 
Bewertet mit 7 von 10 Punkten.
7 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Von Mielke habe ich bislang zwei Bücher gelesen, die Beide recht interessant waren. Beim Stöbern durch das elterliche Bücherregal fiel mir dann dieses Buch auf. Das hatte ich bereits vor Jahren schon einmal gelesen, konnte mich aber nur noch vage an den Inhalt erinnern.

Über dieses Buch.

Tief im Mittelalter errichtete der Architekt und Alchemist Roland von Coburg eine prachtvolle Kathedrale. Doch dieser Bau birgt ein Geheimnis. Hoch unter dem Dach des Bauwerkes versteckt Roland von Coburg seine beiden Kinder. Dort konstruierte er eine abgeschlossene Welt, in der die Kinder und deren Nachkommen 700 Jahre lang überleben. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2018. Die Menschheit wird durch einen Krieg und der dann eingesetzten Neutronenbombe vernichtet. Aber nicht die ganze Menschheit ist vernichtet...

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Buchkritik.

Sehr interessant. Durch das Leben unter dem durch Blei geschützten Dach können die Nachkommen des Roland von Coburg auch die Katastrophe der Neutronenbombe überleben. Im Laufe der vergangenen 700 Jahre haben sie sich an die Verhältnisse angepasst. Die Bewohner des Sakriversums werden nur etwas 20 Zentimeter groß. So können auf der beschränkten Fläche mehrere Familien der Nachkommen leben. Durch ein ausgeklügeltes System von Linsen und Spiegeln haben sie auch dort oben unter dem Bleidach Jahreszeiten und sind so in der Lage, Landwirtschaft zu betreiben. Rohstoffe und Wasser werden durch raffinierte Systeme aus der Außenwelt eingebracht. Ein in sich geschlossener Kreislauf sorgt für das Überleben der Familien.
Leider gibt es auch unter dem Dach eine dunkle Seite. Dort leben die Ausgestoßenen des Sakriversums, die ebenfalls von kleinem Körperbau sind. Das Bombardement überlebt auch ein kleiner Mitarbeiter einer Druckerei, der zur Zeit der Bombemabwürfe in einem Bleikeller war, um alte Schrifttypen zu suchen. So ist er der einzige Überlebende der Menschen aus der Außenwelt. Wie sich später herausstellt, ist auch er ein Nachfahre des Roland von Coburg.
Es ist ein interessantes Buch, welches sich zudem auch noch recht gut lesen läßt. Allein der Gedanke, dass hoch oben unter einem Kathedralendach eine ganze Welt mit kleinen Menschen und ebenso geschrumften Tieren existiert, ist raffiniert. Auch die Beschreibung der weiter laufenden Computersysteme mit deren tödlicher und aberwitzigen Logik ist lesenswert. Alles in Allem ein nettes Buch, welchem ich gerne 7 Punkte vergebe.

Lan (12/2006)

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