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Rezension zum Buch:
Schuld und Sühne

Autor: Fjodor M. Dostojewskij

Schuld und Sühne
TitelSchuld und Sühne 
Autor Fjodor M. Dostojewskij
Seiten752 
Verlagdtv 
erschienen1977 
ISBN978-3-423-12405-8 
Bewertet mit 7 von 10 Punkten.
7 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Beinahe unbeachtet stand das Buch lange Zeit im Regal. Damals gab es wohl einen Bücherclub, bei dem man als Mitglied regelmäßig ein Exemplar eines Autors kaufen konnte. Soweit ich mich erinnern kann, gab es da immer einen Monatstipp, der geliefert wurde, wenn man nicht selbst einen Titel ausgewählt hatte. So kam dann dieses Buch zu meinen Eltern. Es ist eine Ausgabe von 1958, hat folglich auch noch keine ISBN-Nummer.
Nachtrag: Ich habe eine Ausgabe gefunden, die bei dtv erschienen ist; die relevanten Angaben habe ich dann von dieser Ausgabe verwendet.

Über dieses Buch.

Die Hauptperson des Buches ist Rodion Romanowitsch Raskolnikow, ein armer Student in Petersburg.
Das Buch ist wohl um 1860 entstanden und gibt somit auch Einblicke in diese Zeit. Raskolinow hat seine Probleme mit der Gesellschaft. Seine eigenen Gedanken entwickeln in Ihm ein Eigenleben; letztendlich reift in Ihm die Erkenntnis, dass ein Mensch, der zu Höherem  bestimmt sei, auch vor einem Verbrechen nicht zurückschrecken muss. Ansatzweise tritt die Idee zu Tage, dass zum Wohle eines Größeren das Wohl Einzelner zurückstehen kann.
Als Beispiel führt er Napoleon an, der zum Wohle der Nation seine Soldaten opferte. Von bitterer Armut und beginnender Krankheit geschlagen, fühlt sich Raskolnikow als ein solcher außergewöhnlicher Mensch. Konsequent plant er einen Mord an einer Pfandleiherin. Dieser spricht er das Recht auf ein Leben ab, da sie die Notlage der Pfandgeber schamlos ausnutzt. Am Tag der Tat besucht er unter einem Vorwand die alte Frau und erschlägt diese mit einer Axt.
Unglücklicherweise ist die Frau nicht alleine; Ihre Schwester ist auch in der Wohnung zugegen, so dass Raskolnikow zwei Morde begehen muss. Nur durch einen glücklichen Umstand gelingt Ihm die Flucht. Die Tat lastet fortan schwer auf seinem Gewissen.

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Buchkritik.

Von Dostojewskij kenne ich bislang keine Bücher. Dieses Buch hatte ich schon einmal gelesen, konnte mich aber nicht an alle Details erinnern.
Er beschreibt anschaulich und nachvollziehbar die innere Unruhe und Nervosität des Rodion. Die Ermittlungsrichter haben zwar keine Beweise gegen Ihn, sind aber wohl auf seiner Spur. Immer drängender kommt ihm in den Sinn, dass er doch nur ein normaler Mensch ist und kein so außergewöhnlicher Mensch wie in seiner Theorie. Er bietet sich Wortgefechte mit den Untersuchungsrichtern und gerät immer mehr in den Sumpf von Schuldgefühlen. Eine Bekannte, Sonja, kann ihn letztendlich zu einem Geständnis bewegen.
Abgesehen von der doch mittlerweile recht antiquierten Sprache ist das Buch spannend und läd zum Weiterlesen ein. Ein Grund dafür ist sicherlich das Thema des Buches. Die Geschichte an sich ist zeitlos, kann also hier und heute als auch in der Zukunft so stattfinden. Abgesehen davon schreibt er auch recht eingänglich. Die Sätze sind überschaubar und verständlich.
Dem Buch gebe ich gute 7 Punkte.

Lan (3/2007)