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Rezension zum Buch:
Die Entdeckung des Himmels

Autor: Harry Mulisch

Die Entdeckung des Himmels
TitelDie Entdeckung des Himmels 
Autor Harry Mulisch
Seiten867 
VerlagRowohlt 
erschienen1995 
ISBN3-499-13476-4 
Bewertet mit 7 von 10 Punkten.
7 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Das Buch habe ich bei einem Bekannten gesehen. Da ich den Autor noch nicht kannte, habe ich mir das Buch ausgeliehen, um es kennen zu lernen.

Über dieses Buch.

Knifflig. Im Grunde hat das Buch zwei Ebenen. In einem Teil wird aus der Perspektive einiger Engel (oder himmlicher Wesen; Sie bezeichnen Gott jedenfalls als Ihren Boss) der Versuch beschrieben, einen bestimmten Menschen hervorzubringen.
Dazu wurden bereits in der Vergangenheit einige Weichen gestellt. So mussten sie beispielsweise dafür sorgen, dass sich die Urgroßeltern der Zielperson treffen. Da diese Personen in verschiedenen Ländern leben, waren die "Engel" notgedrungen auf ein Ereignis angewiesen, welches die Urgroßeltern zu einer Wanderung bewegten. Dies wurde mit dem Ausbruch eines Krieges erreicht. Die himmlischen Wesen tauchen jedoch nur in ein oder zwei Kapiteln auf, also nur in einem kleinen Teil des Romans.
Der übrige Teil widmet sich der Geschichte einiger Personen. Der Roman beginnt in der Nachkriegszeit, also so rund um das Jahr 1945. Von da an erfährt der Leser die Geschichte rund um die Männerfreundschaft von Onno Quist und Max Delius. Dabei ist Onno ein Sprachengenie und Max ein Astronom und Frauenheld. Wie man sich denken kann, ist das Zusammentreffen der Beiden nicht zufällig passiert.
Die Frau, die später in Ihr Leben tritt, nennt sich Ada, und ist zunächst mit Max zusammen. Nach einiger Zeit jedoch wird sie Freundin und Frau von Onno. Als Ada schwanger wird, wird die Geschichte etwas kompliziert. Aber ihr Kind ist dasjenige Kind, welches die himmlischen Wesen erwarten. Nur ahnt davon niemand etwas.

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Buchkritik.

Ich bin doch recht angenehm überrascht. Mein Bekannter meinte, das Buch wäre recht seltsam und relativ langweilig. Dies kann ich allerdings so nicht bestätigen.
Abgesehen davon, dass hier himmlische Wesen eingreifen, ist das Buch recht kurzweilig. Die Geschichte von Onno, Max und Ada wird später recht kompliziert und in der Tat nicht sehr alltäglich. Wie sich herausstellt, wurde das Kind von Onno, Quinten genannt, in einer Nacht auf Kuba gezeugt. Dummerweise kommt so nicht nur Max, sondern auch Onno als leiblicher Vater in Frage. Ada ist kurz vor der Geburt aufgrund eines Unfalls in ein Koma gefallen. Da Max sich nicht sicher ist, ob er wirklich der Vater des Kindes ist; er aber andererseits auch nicht die Freundschaft zu Onno unnötig belasten will, behält er sein Geheimnis für sich und hofft, dass Quinten keine Ähnlichkeit mit ihm entwickelt. Er entschließt sich daher, Quinten zusammen mit der Mutter von Ada aufzunehmen und zu erziehen. So erweist der Onno einen wahren Freundschaftsdienst. Onno versucht sich derweil in der großen Politik und hat so eh keine Zeit mehr für seinen Sohn.
Einige Zeit später bricht Onno alle Brücken zu seiner Familie ab und taucht im Ausland unter. Als Max bei seiner Arbeit in der Sternwarte den himmlischen Wesen zu nahe kommt, wird er leider von einem Meteor getroffen. Von nun an will Quinten nach seinem Vater suchen und begibt sich auf eine Reise mit ungewissem Ausgang. Weiterhin erlebt der Leser, wo die Tafeln mit den 10 Geboten versteckt sind. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, das sollten Sie besser selbst lesen. Das Buch ist angenehm zu Lesen und sorgt für einige unterhaltsame Stunden, so dass mir 7 Punkte angemessen erscheinen.

Lan (3/2007)