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Rezension zum Buch:
Das Jesusvideo

Autor: Andreas Eschbach

Das Jesusvideo
TitelDas Jesusvideo 
Autor Andreas Eschbach
Seiten700 
VerlagKnaur 
erschienen2007 
ISBN978-3-426-63594-0 
Bewertet mit 9 von 10 Punkten.
9 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Das Buch kam als Geschenk zu mir. Von diesem Autor kenne ich bereits ein paar gute Werke; zudem habe ich ihn als einen vielseitigen Autor schätzen gelernt.
Den Film dazu hatte ich einmal vor einiger Zeit gesehen, fand ihn aber nicht so berauschend, eher sogar mißlungen. Ob das Buch wirklich nicht so gut ist? Die Lektüre wird es wohl zeigen.

Über dieses Buch.

Die Handlung ist relativ schnell erklärt.
In Israel werden bei Ausgrabungen einige merkwürdige Dinge an das Tageslicht befördert. Ein 2000 Jahre altes Skelett, mit modernen Zahnfüllungen und einem sauber verheilten Beinbruch. Zudem wurde neben dem Toten eine Bedienungsanleitung zu einer Videokamera gefunden, die noch gar nicht auf dem Markt ist.
Der Entdecker, Stephen Foxx, der als Ausgrabungshelfer eher zufällig auf diesen Fund gestossen ist, kann sich diesen Sachverhalt nur mit einer kühnen These erklären.
Ein Zeitreisender hat die Kamera mit in die Vergangenheit genommen, um dort ein Video von Jesus Christus herzustellen.
Nur wo ist diese Kamera mit dem Video von Jesus heute zu finden?
Wo hat der Zeitreisende die Kamera versteckt?
Das Datum der Anleitung liegt etwa 3 Jahre in der Zukunft. Der Zeitreisende wird daher schon in naher Zukunft zu seiner Reise aufbrechen. Die zentrale Frage ist aber, wo ist die Kamera? Und was ist auf dem Video zu sehen? Wer das Video zuerst findet, dem liegt die Welt praktisch zu Füßen.
So beginnt ein Wettlauf verschiedener Interessengruppen.

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Buchkritik.

Zufällig kam der Film just als Wiederholung im Fernsehen. Das Buch habe ich zu dem Zeitpunkt zwar erst zu drei Vierteln gelesen, kann aber dennoch sagen, dass der Film eigentlich kaum etwas mit dem Buch zu tun hat.
Was im Film recht platt und aktiongeladen daherkommt, ist im Buch viel subtiler und spannender dargestellt. Offenbar diente das Buch den Filmemachern lediglich als Stichwortgeber für eine etwas krude und schnell zusammengezimmerte Story, die zudem noch Beschäftigung für einige Pyrotechniker liefern sollte. Nun aber genug zum Film, mehr zum Buch.
Foxx ist ein Student, der in der Hinterhand eine erfolgreiche Softwarefirma hat. Daher kann er es sich leisten, hin und wieder aus Abenteuerlust an Expeditionen teilzunehmen. So kommt er auch in einem Team unter, dass in Israel Ausgrabungen durchführen will. Zufällig stößt er in seinem Grabungsbereich auf ein Päckchen, in dem die besagte Bedienungsanleitung und ein Notizblock zu finden sind.
Da er zunächst einen Scherz der Kollegen vermutet, nimmt er einige Blätter an sich. Den Seiten können nach einer Behandlung mit Chemikalien jeodch nur noch Fragmente von Sätzen entnommern werden. Ein Name ist erkennbar und die Herkunft des Reisenden. Als kurz darauf der Sponsor der Ausgrabungen, der Medienunternehmer Kaun, auf der Bildfläche erscheint und eine Nachrichtensperre verhängt, beginnt Foxx an einem Scherz zu Zweifeln.
Zusammen mit einer Kollegin und deren Bruder, den er aus einem Chatroom kennt, beginnt er seine eigenen Untersuchungen. Eins stellt sich jedoch bald heraus: Die Zeitreise war offenbar kein geplantes Unternehmen. Die Fakten und Vermutungen sprechen vielmehr dafür, dass der Zeitreisende lediglich infolge einer Anomalie in die Vergangenheit gelangt ist. Das erschwert natürlich die Suche nach der Kamera, denn unter diesen Voraussetzungen kann die Kamera überall sein.
Die nun folgende Suche nach dem Aufbewahrungsort der Kamera kommt im Buch ohne Tote und Blutvergießen aus, bleibt dabei aber spannend. Kauns Bestreben, dem Vatikan die Kamera nebst Skelett und Video für einige Milliarden Euro zu verkaufen, ruft dort einen Vertreter der ehemaligen Inquisition auf den Plan.
Letztendlich gelangt das Video in die Hände der Inquisition, die alle Funde vernichtet. Und dort, wo der Film aufhört, geht es im Buch noch weiter.
Einige Jahre später taucht noch ein weiteres Videoband auf, das offenbar aus der Vergangenheit stammt. Foxx hat sich mittlerweile mit seiner ehemaligen Kollegin in ein Motel in Amerika abgesetzt und führt dort ein ruhiges Leben, bis eines Tages ein junger Mann auftaucht. Dieser Junge möchte eine Reise nach Israel machen und hat sich dazu eine brandneue Videokamera gekauft, genau das Modell, dessen Anleitung Foxx einige Jahre zuvor gefunden hat. Als sie den Namen des Jungen erfahren ist klar, sie haben soeben mit dem Zeitreisenden gesprochen. Ein interessantes Buch, dass ich gerne gelesen habe, so dass ich dem Roman 9 Punkte gebe.

Lan (6/2007)

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