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Rezension zum Buch:
Blutige Steine
Commissario Brunettis 14. Fall

Autor: Donna Leon

Blutige Steine - Commissario Brunettis 14. Fall
TitelBlutige Steine 
Autor Donna Leon
Seiten365 
VerlagDiogenes 
erschienen2006 
ISBN978-3-257-23665-1 
Bewertet mit 6 von 10 Punkten.
6 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Wie schon einige andere Bücher zuvor, so ist auch dieses Exemplar über einen Bekannten zu mir gelangt. Commissario Brunetti sagte mir bis dato nur etwas im Zusammenhang mit einer Fernsehserie, die ich allerdings nicht verfolgt habe. Nun mache ich mich daran, das Buch zu Lesen. Da ich die Filme nicht kenne, bin ich noch frei in meiner Vorstellung von Aussehen und Charakter der Personen des Buches. Vielleicht ist das ja kein Fehler.

Über dieses Buch.

Mitten auf dem Campo Santo Stefano in Venedig wird ein Schwarzafrikaner erschossen. Einige zufällig anwesende amerikanische Touristen bekommen den Mord eher beiläufig mit. Brunetti, der Commissario, hat es nicht leicht bei der Aufklärung des Verbrechens. Die Zeugen können nur von zwei Männern berichten, die kurz vor den Schüssen aufgetaucht sind. Eine nähere Beschreibung der Täter können die Touristen leider nicht liefern. Auch die Identität des Toten ist zunächst nicht zu ermitteln. Niemand hat das Opfer vorher gesehen oder gekannt. Erschwerend kommt hinzu, dass das Opfer illegal nach Italien eingereist ist, also keine Papiere und auch keinen festen Wohnsitz hat. Auch hat offenbar keiner ein Interesse daran, den Mord aufzuklären. Aber je tiefer Brunetti in die Materie eindringt, umso merkwürdiger verhält sich das Umfeld. Er bekommt von seinem Vorgesetzten die Anweisung, den Fall nicht weiter zu verfolgen. Kurze Zeit später sind auch die Akten und Niederschriften zu diesem Fall nicht mehr auffindbar. Irgendwie scheint da eine gößere Sache im Gange zu sein, zumal sich andeutet, dass auch zwei Ministerien involviert sind. Aber Brunetti gibt nicht auf. Zusammen mit seinen engsten Kollegen und Freunden ermittelt er weiter.

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Buchkritik.

Es ist schon ein interessantes und spannendes Buch. Lobenswert finde ich besonders, dass man offenbar nicht alle Teile in der richtigen Reihenfolge lesen muss. Ich habe mit dem 14. Fall begonnen und es blieben keine Fragen offen. Es ist ein in sich geschlossener Roman, der sich gut Lesen läßt. Brunetti hat durch seine Familie diverse Kontakte zu Informationsquellen, die ihn in diesem speziellen Fall weiterhelfen. So kann er in der Wohnung des Opfers einen interessanten Fund machen. In einem Salzkarton sind einige Rohdiamanten verborgen, die natürlich sofort wieder neue Fragen aufwerfen. Wo sind die Steine hergekommen und was hatte das Opfer damit zu tun. Ein enger Bekannter und Edelsteinhändler kann die Herkunft der Steine auf die Gegend um Kasei, dem Grenzgebiet von Kongo und Angola, eingrenzen. Damit ergibt sich auch der Titel des Buches. Als blutige Steine bezeichnet man die geschmuggelten Rohdiamanten aus den Mienen der dortigen Gegend. Viele Mittelmänner und Kuriere bezahlen ihre Dienste beim Schmuggel mit ihrem Leben. Für Brunetti ist die Erkenntnis immer noch nicht erhellend, denn was haben die Ministerien damit zu tun? Und warum lagerten die Steine bei einem relativ jungen und unerfahrenen Menschen? Mit jeder Frage, zu der Brunetti eine Antwort findet, stellen sich gleich wieder neue Fragen, die beantwortet werden wollen.
Schön ist es, dass der Leser auch in diesem Buch immer nur so viel weiss, wie Brunetti selber. Für mich ist das bei einem Kriminalroman ein Garant für eine spannende Lektüre. Man stellt seine eigenen Überlegungen an und bleibt so immer gefordert. Das steigert die Spannung und animiert zum Weiterlesen. Alles in Allem ein gelungener Roman, der Neugier auf die übrigen 13 Fälle weckt. Ein kurzer Blick beim Buchhändler zeigt: Es gibt mindestens 16 Fälle. Nun, das kann sich lohnen. Diesem Buch gebe ich gute 6 Punkte. Es war spannend und interessant. Vielleicht schaue ich mir doch mal einen Film dazu an. Dann bin ich gespannt, ob die Besetzung meiner Vorstellung entspricht.

Lan (2/2008)