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Rezension zum Buch:
Das Geheimnis des 13 Apostels

Autor: Michel Benoit

Das Geheimnis des 13 Apostels
TitelDas Geheimnis des 13 Apostels 
Autor Michel Benoit
Seiten447 
VerlagBLT 
erschienen2007 
ISBN978-3-404-92255-0 
Bewertet mit 6 von 10 Punkten.
6 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Wie so viele Bücher zuvor, so wurde mir auch dieses Werk des bis dahin unbekannten Autors geschenkt. Das Thema scheint interessant genug zu sein, um das Buch dann auch zu Lesen.

Über dieses Buch.

Wie der Titel es bereits ankündigt, soll es neben den bekannten 12 Aposteln noch einen weiteren Jünger, den Lieblingsjünger, gegeben haben. Dies ist zumindest die These, die der Autor dem Leser vorstellt. Die Hauptperson, ein in einem einsamen französischen  Kloster lebender Mönch mit Namen Nil, geht Hinweisen nach, die auf die Existenz des angesprochenen 13. Apostels deuten. In alten Schriften bezeichnet sich der Jünger selbst auch als den Lieblingsjünger Jesu. Um diesen Lieblingsjünger rankt sich ein Geheimnis, das niemals bekannt werden darf. Dafür sorgen bereits zu dessen Lebzeiten die übrigen Apostel unter der Federführung von Petrus. Der Mentor, Lehrer und gute Bekannte von Pater Nil, Pater Andrei ist dem Geheimnis schon gefährlich nahe gekommen. Als Andrei von seinen Recherchen im Vatikan wieder zu seinem Kloster nach Frankreich unterwegs ist, wird er im Zug ermordet. Mit dem Tode Andreis bleibt nur noch Pater Nil übrig, das Geheimnis zu lüften. Er macht sich sogleich an die Arbeit und forscht weiter auf den Spuren seines Freundes. Seine Untersuchungen führen auch Ihn in den Vatikan, wo er dem Rätsel und dessen Lösung ebenfalls gefährlich nahe kommt.

Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

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Buchkritik.

Der Autor lebte selber in einem Kloster und war auch 16 Jahre lang im Vatikan tätig. Dann wurde er später wegen seiner reformerischen Ideen ausgeschlossen. Benoit weiss also, wie es in einem Kloster und im Vatikan zugehen kann. Insbesondere kennt er den Umgang der Kirche mit unliebsamen Ideen. Das Geheimnis um den 13. Apostel und dessen Aufzeichnungen werden dem Leser im Laufe des Romans so nach und nach näher gebracht. Wer also selber lesen möchte, sollte den nächsten Abschnitt überspringen.
Der 13. Apostel bezeichnet sich selbst als den Lieblingsjünger, einen Namen zu dieser Person erfahren wir hingegen nicht. Wir erfahren nur, dass Petrus ein wenig anders war, als wie in der Bibel dargestellt. Nach der Kreuzigung wird Jesus bekanntlich in ein Grab gelegt, aus dem er einige Tage später aufersteht. Diesem Umstand gedenken die Christen zu Ostern. In der Wahrheit des Romans findet die Auferstehung jedoch nicht statt. Dort wird der Leichnam von Essenern aus dem Grab genommen und der Tradition entsprechend in der Wüste beigesetzt. Damit ist das Geheimnis gelüftet, Jesus ist nicht von göttlicher Natur. Ein bemerkenswerter Mensch zwar, aber eben kein Gott.
Die Apostel um Petrus halten aber den Glauben an die Göttlichkeit aufrecht und sorgen mit Ihren Beschreibungen und Aufzeichnungen dafür, dass das auch so bleibt. Für das aufkommende Christentum hat die Göttlichkeit Jesu eine zentrale Bedeutung. So entstehen die Teile des neuen Testaments, so wie wir sie auch kennen. Als der Lieblingsjünger auch aus der Gemeinschaft um Petrus ausgeschlossen wird, reift in ihm der Plan, die wahre Geschichte von Jesus festzuhalten. Als Lieblingsjünger fühlt er sich verpflichtet, im Sinne Jesu die Wahrheit zu bewahren. So schreibt der 13. Apostel seine Erlebnisse und Erinnerungen in einem Brief nieder. Dieser Brief wird kopiert und von Anhängern des 13. Apostels in die Welt getragen. Wie man sich leicht denken kann, kommt es zu einer ersten Verfolgung. In den folgenden Wirren aus Verfolgung und Eroberung des Landes durch die Römer, gelangt das Original des Briefes in die Höhlen von Qumran, wo er zunächst die Zeit überdauerte. Zufällig finden einige Templer die Höhle und auch den Brief. Und nun ist auch der, laut Buch, wahre Grund für den immensen Reichtum der Templer gelüftet. Mit Hilfe des gefundenen Briefes werden Kirche und Könige einfach erpresst. Bis eines Tages der Templerorden zerschlagen wird.
Der Roman erzählt in wechselnden Kapiteln von der Geschichte des 13. Apostels und der Forschung des Pater Nil. Das Buch springt also in der Zeit ein wenig hin und her. Das ist jedoch nicht störend, sondern die Einschübe sorgen immer für weitere Informationen und Hinweise, die man gerade zu diesem Zeitpunkt des Buches auch benötigt. Es ist angenehm zu lesen und verfolgt einige interessante Gedanken. Was mir nicht so gut gefallen hat, sind die relativ verzwickten Komplotte, die geschmiedet werden, um die Forschung von Pater Nil zu unterbinden. Der Autor erweckt den Eindruck, als gäbe es in der Kirche nur zwielichtige Gestalten, die überwiegend im Verborgenen handeln. Da kommt der Vatikan ebenso ins Spiel, wie auch der Mossad und ein fanatischer Islamist. Allen gemein ist nur die Absicht, Pater Nil in seinen Nachforschungen zu stoppen. Und als ob das noch nicht ausreicht, gibt es noch einen Geheimbund, der das Geheimis des 13. Apostels schützen will und dem einige hohe Kirchenfürsten angehören. Allerdings ist mir das Ziel dieses Geheimbundes nicht so recht klar geworden, somit mir das dann doch ein wenig zu abgehoben erscheint.
Dem Buch kann ich daher noch gerade 6 Punkte geben.  

Lan (2/2008)