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Rezension zum Buch:
Das Judasgift

Autor: Scott McBain

Das Judasgift
TitelDas Judasgift 
Autor Scott McBain
Seiten676 
VerlagKnaur 
erschienen2007 
ISBN978-3-426-63747-0 
Bewertet mit 8 von 10 Punkten.
8 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Scott McBain ist kein Unbekannter in meinem Bücherschrank. Immerhin hat er mit seinem Roman "Der Mastercode" bei mir die volle Punktzahl erreichen können. Und da ich bislang nur drei mal die 10 vergeben habe, bin ich natürlich gespannt auf das Ergebnis bei diesem Roman.

Über dieses Buch.

Der Roman wird als Nachfolger, bzw. als Fortsetzung zu seinem Roman "Der Judasfluch" bezeichnet. Zur Beruhigung sei gesagt, das man den Vorgänger nicht unbedingt gelesen haben muss, um dieses Buch zu verstehen. Denn den Judasfluch fand ich nicht ganz so interessant.

Aber nun zum Thema:
Wir haben es in diesem Roman mit einem Papst, einem hohen Kardinal, einem ehemaligen Kardinal, einem Herzspezialisten und einem Mafiaboss zu tun. Dazu gesellen sich noch einige Nebenfiguren, von denen an sich nur noch ein Abt, ein Mafiakiller, dessen Frau und deren Sohn wichtig sind.
Das Böse möchte in die Welt eintreten und die Menschheit vernichten. Dazu taucht eine Silbermünze wieder auf, die seinerzeit Judas für seinen Verrat an Jesus erhalten hat. Diese 30 Silberlinge binden das Böse und geben der dunklen Seite die Macht. (Das ist im Roman Der Judasfluch auch ausführlich beschrieben worden.) Im Laufe der Zeit sind fast alle Silberlinge in Sicherheit gebracht worden. Lediglich zwei der Münzen wurden bisher nicht gefunden. Und in diesen zwei Münzen ist das Böse verstärkt vorhanden. Der aktuelle Papst hat diesen Kampf seinerzeit zusammen mit Kardinal Benelli ausgefochten. Nach der erfolgreichen Abwehr des Bösen tritt Benelli auf Wunsch des Papstes zurück und begibt sich in ein kleines Kloster nahe Rom. An seine Stelle tritt Kardinal Hewson, der nunmehr der zweite Mann neben dem Papst ist.

Zu dieser Zeit beginnt der aktuelle Roman.
Der Papst erleidet einen Herzanfall und fällt ins Koma. Der herbeigerufene Arzt Dr. Emiliani kann leider auch nur noch das nahende Ende seines Patienten feststellen. Bei einem seiner folgenden Besuche wird dem Arzt ein Zettel zugesteckt. Die geheime Mitteilung hat es in sich. Der unbekannte Urheber der Nachricht informiert Emiliani darüber, dass der Papst vergiftet wurde und er auf jeden Fall Benelli finden solle. Nach einigem Nachdenken und Zweifeln macht sich Dr. Emiliani auf den Weg und findet Benelli in dem kleinen Kloster. Dort werden seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Der Papst ist in der Tat einem Komplott zum Opfer gefallen. Von nun an hat Niemand mehr eine ruhige Minute. Benelli und Dr. Emiliani schweben in höchster Gefahr, denn der Drahtzieher des Mordes ist Rino Galfalcone, ein rücksichtsloser aber feinfühliger Mafiaboss. Er ist es, der eine der Münzen finden will und wird. Er hat einen Pakt mit den Wesen des Bösen geschlossen, die Ihm im Gegenzug zu Reichtum und Macht auf Erden verhelfen. Dank dieser Verbindung kann Galfalcone im Geiste in der Zeit reisen und kommt so dem Aufbewahrungsort der Münze gefährlich Nahe. Im alten Rom hat Kaiser Nero diese Münze an einem besonderen Ort vergraben. Kann Benelli mit seinen Freunden den bösen Galfalcone und dessen Verbündete noch stoppen?

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Buchkritik.

Nach der doch leicht enttäuschenden Lektüre des Judasfluches bin ich diesen Roman mit etwas weniger Erwartung angegangen. So kam mir diese Geschichte zu Beginn ein wenig stockend vor. Ich fand nicht so recht den schnellen Einstieg. Nach zwei, drei Kapiteln war der Lesefluss aber dann da. Zunächst wurden die Charaktere vorgestellt und eingeführt. Ein Jeder mit der notwendigen Tiefe und den notwendigen Informationen. So blieb -zum Glück- recht lange offen, wer denn die Person im Vatikan war, die mit der Mafia paktierte. Erst nach und nach erschließen sich weitere Informationen zu den Personen und ihrer Geschichte und Herkunft. Interessant waren auch die Schilderungen des Kampfes der Hauptpersonen, Benelli und Galfalcone, die sich im Reich der Engel von einer Ebene zur Nächsthöheren hocharbeiteten. In diesem Roman wirkten die Schilderungen auch nicht abgehoben oder zu unglaubwürdig. Alles ist in sich schlüssig und nachvollziehbar geblieben. Dazu hat sicherlich auch der Schreibstil beigetragen, der flüssig und verständlich ist. McBain bedient sich einer lockeren, aber dennoch seriös wirkenden Sprache. Stellenweise konnte sich der Autor leichte Seitenhiebe auf die Kirche und deren Machthaber nicht verkneifen, die ein wenig satirisch daher kamen. So war dann auch ein klein wenig Humor dabei, was ich durchaus gelungen finde. So stelle ich mir den Abt des kleinen Klosters als einen schrulligen Engländer vor, der nie und nimmer auf seinen Tee verzichten kann. Auch die Gedanken des Mafioso wurden mit einem Augenzwinkern erzählt, so dass einem Gaffalcone als ein leicht abgehobener Snob erscheint. Das ist dem Roman insgesamt gut bekommen. Als Ergebnis hat man einen spannendes Werk, das sich zudem noch recht flüssig und zügig lesen läßt. Ich finde das Buch zwar nicht so gut, wie den Mastercode, aber allemal besser als den Judasfluch, weshalb ich hier gerne 8 Punkte vergebe. Diesen Roman kann ich mir auch gut als einen spannenden Film vorstellen, obwohl das dann eine Herausforderung für die Effektspezialisten sein würde.

Lan (3/2008)

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