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Rezension zum Buch:
Banco

Autor: Henry Charriere

Banco
TitelBanco 
Autor Henry Charriere
Seiten384 
VerlagMolden 
erschienen1973 
ISBN978-3217004979 
Bewertet mit 6 von 10 Punkten.
6 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Vorher hatte ich noch nie etwas von diesem Autor gehört, geschweige denn gelesen. Wie sich allerdings herausstellte, ist sein erster Roman, Papillon, verfilmt worden. Den Film habe ich zwar nicht gesehen, aber davon gehört schon. Nun habe ich das zweite Buch Charrieres in der Hand und bin gespannt, was es damit auf sich hat.

Über dieses Buch.

Wie ich erfahren habe, schildert sein erster Roman seine Erlebnisse von seiner Inhaftierung 1933 bis zu seiner Freilassung im Jahre 1945. Verhaftet wurde er wegen eines Mordes an einem Dieb und Zuhälter, den er angeblich nie begangen hatte. Der Roman hat autobiographischen Charakter, wobei einige Zeitgenossen berichten, dass er einige Dinge beschönigt und andere Sachen erdichtet haben soll. Jedenfalls wird er in einem merkwürdigen Prozess zu lebenslanger Verbannung verurteilt, die er in Französisch-Guayana antritt. Im zweiten Roman beschreibt er seine Erlebnisse von seiner Freilassung im Jahre 1945 bis zu den frühen 70er Jahren. Charriere starb 1973. Nach seiner Freilassung in Venzulela versucht er zunächst, sich ein Leben ohne Konflikt mit dem Gesetz aufzubauen. Geholfen wird ihm dabei von ehemaligen Mitgefangenen, die ihm Arbeit und Unterkunft verschaffen. Da er jedoch den unbändigen Drang verspürt, sich an den Verantwortlichen für seine Verbannung zu rächen, erkennt er recht schnell, dass er mit ehrlicher Arbeit nicht die Geldmittel auftreiben kann, um wieder nach Frankreich zu reisen um seine Rache vollenden zu können. Erst Anfang 1970 kann er wieder legal nach Frankreich reisen. Zu dieser Zeit hat er auch seine Erlebnisse in einem Buch niedergeschrieben.

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Buchkritik.

Anfänglich hatte ich ein merkwürdiges Gefühl bei der Lektüre. Da kommt jemand aus einer 12 jährigen Haft frei und findet sofort Unterkunft und Anschluss an eine Familie. Auch die örtliche Polizei verhält sich sehr freundlich und zuvorkommend. Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich das alles so glauben soll. Erst da habe ich mir einige Informationen über die Person des Autors besorgt. Und das soll alles so passiert sein? Nun, das muss wohl an der damaligen Zeit und dem anderen Land und Kulturkreis liegen. Ich kann mir so eine Begebenheit zumindest hier in unserem Land nicht so vorstellen. Es wird auf jeden Fall im weiteren Verlauf des Buches recht spannend. Papillon versucht fast alles, um an die notwendigen Barmittel für seine Reise nach Frankreich zu kommen. Neben ehrlicher Arbeit ist er auch weniger legalen Wegen zur Bereicherung nicht abgeneigt. Neben einem kurzen Gastspiel als Würfelspieler bei den Diamantensuchern ist er auch bei einem Einbruch in einem Pfandhaus beteiligt. Aber in beiden Fällen hat er nichts von der Beute. Auch die Teilnahme an einem Bankraub ist nicht von Erfolg gekrönt. Kurz bevor der gegrabene Tunnel zum Einstieg in die Bank genutzt werden kann, wird das Vorhaben von der Polizei entdeckt. Auch hier kann er wieder rechtzeitig fliehen. So führt ihn seine Reise wieder nach Venezuela, wo er sich mit einer Freundin ein Existenz aufbaut. Im Laufe der Jahre geht er immer wieder geschäftliche Risiken ein und wird ein ums andere mal wieder finanziell zurückgeworfen. Erst später entschließt er sich, seine Erlebnisse aufzuschreiben und einem Verlag anzubieten. Dieser findet das Buch auf Anhieb gut und von nun an hat er auch ein wenig Glück im Leben. Ist man erst einmal in das Buch eingetaucht, so findet man es recht schnell spannend und interessant. Ich war jedenfalls immer wieder neugierig, was Papillon diesmal wieder versucht, um an sein Geld zu kommen. Was man auf jeden Fall feststellt, der Mann hat in der Tat ein aufregendes Leben gehabt. Da ist es auch nicht weiter schlimm, dass er Teile des Buches erfunden haben soll und andere Dinge geändert haben soll. Es bleibt eine spannende Geschichte. Und letztendlich reichen die Erlebnisse des Autors locker für mehrere Biographien. Dem Buch gebe ich daher gute 6 Punkte.