RSSNeue Rezensionen als RSS

Rezension zum Buch:
Black Monday

Autor: R. Scott Reiss

Black Monday
TitelBlack Monday 
Autor R. Scott Reiss
Seiten469 
VerlagUllstein 
erschienen2008 
ISBN978-3-548-26851-4 
Bewertet mit 7 von 10 Punkten.
7 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Das Buch bekam ich geschenkt und hatte es bisher noch nicht lesen können. Nun bin ich aber dazu gekommen und war in der Tat angenehm überrascht.

Über dieses Buch.

An einem Montag kommt es in der Welt zu merkwürdigen Vorkommnissen. Das Öl und der Treibstoff wird durch einen mysteriösen Virus infiziert und ist nicht mehr brauchbar. Nach und nach werden alle vorhandenen Lagerstätten und auch einige Quellen verseucht. In der Folge davon bricht das öffentliche Leben langsam in sich zusammen. Es können keine Waren mehr transportiert werden und auch die Versorgung mit Strom und Wasser kommt langsam zum Erliegen. Zunächst versucht die Regierung noch, dem Chaos Einhalt zu gebieten. Aber nachdem immer mehr Vorräte unbrauchbar werden, entgleitet den Staatenlenkern die Kontrolle. Durch das Fehlen von Energie und der damit verbundenen Verknappung der Lebensmittel verfallen ganze Landstriche. Es finden sich Gegenden, in denen nur noch das Faustrecht und das Recht des Stärkeren gilt. Ein Jeder versucht, sich notfalls mit Waffengewalt die noch verbleibenden Nahrungsmittel zu sichern. In diesem ganzen Chaos versucht nun ein Viruloge, die Quelle für diese Verseuchung zu finden, um ein Gegenmittel entwickeln zu können. Dazu muss er aber schweren Herzens seine Familie schutzlos zurücklassen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Werbung

Buchkritik.

Das Buch steigt ganz behutsam in die Geschichte ein und beginnt mit der Beschreibung einiger kleiner Besonderheiten. Noch passiert nichts Dramatisches, lediglich einige Flugzeuge müssen notlanden. Nach und nach aber erschließt sich der ganze Umfang der Verseuchung. Ein Viruloge, Greg Gerhard, vermutet schon recht früh eine Verseuchung. Ein unbekannter Virus lässt alle Vorräte an Öl unbrauchbar werden. Dann allerdings geht es Schlag auf Schlag. Immer neue Hiobsbotschaften kommen im Einsatzzentrum an. Zu Allem Überfluß findet Gerhard kein Gehör bei den verantwortlichen Stellen und ist daher auf sich Allein gestellt. Erst als es fast schon zu spät ist, folgen die Einsatzleiter seinen Vermutungen und forcieren die Suche nach dem Ursprung. Was folgt, ist eine Jagd auf eine Verschwörung einiger Mächtigen, die durch die Aktion die Weltherrschaft anstreben. Das Buch schildert recht genau die Ängste und Hoffnungslosigkeit der Menschen, die mehr denn je vom Öl abhängig sind. Nun, da es nicht mehr zu gebrauchen ist, wird erst klar, wie sehr unsere Zivilisation vom Öl abhängig ist. Es funktioniert nichts mehr. Auch die Idee vom Elektroauto erweist sich als Fehlschlag, da der Strom dafür ja überwiegend aus Ölkraftwerken kommt. Auch die Idee, den Endzeitthriller so aufzubauen fand ich gelungen. Nicht eine Eiszeit kommt, auch kein Tornado oder ein außerirdisches Raumschiff. Nein, nur das Öl ist unbrauchbar. Und das nicht in einem planbaren Zeitrahmen, sondern sofort, ab Montags. Der Autor liefert eine sehr beeindruckende Schilderung der Zusände, wobei mir allerdings die Auflösung der ausweglosen Situation etwas zu optimistisch gestaltet ist. Will man ein wenig mehr in die Geschichte hineininterpretieren, so kann man sagen, daß der Autor uns allen deutlich vor Augen führen will, wie abhängig wir vom Öl geworden sind. Es ist dringend an der Zeit, sich zeitig um Alternativen zu kümmern. Im Roman haben die Menschen dazu keine Zeit, da das Öl mit einem Schlag unbrauchbar ist. Aber in der Realität haben wir sehr wohl noch ein wenig Zeit, um uns von der Abhängigkeit vom Öl zu befreien. Aber welches Fazit man aus dem Roman zieht, das sollte jeder Leser für sich entscheiden. Mir hat das Buch recht gut gefallen und daher kann ich diesem Thriller mit ruhigem Gewissen 7 Punkte geben.

Lan (2/2010)