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Rezension zum Buch:
Fiasko

Autor: Stanislaw Lem

Fiasko
TitelFiasko 
Autor Stanislaw Lem
Seiten432 
VerlagSuhrkamp 
erschienen2000 
ISBN978-3-518-39674-2 
Bewertet mit 8 von 10 Punkten.
8 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Diesen und auch einige andere Romane des Autors hatte ich schon einmal gelesen, aber damals hatte ich mir noch keine Notizen gemacht. Ausserdem konnte ich mich in der Zwischenzeit auch nicht mehr so genau an den Inhalt erinnern.  Zeit also, das Buch nochmals zu Lesen. Die Angaben zum Erscheinungsdatum und die Seitenzahlen beziehen sich auf die aktuell erhältliche Ausgabe.

Über dieses Buch.

Wir befinden uns in der ferneren Zukunft, in der die Menscheit weitere bahnbrechende Entdeckungen gemacht hat. Unter Anderem sind nun Reisen zu fremden Sternen innerhalb vernünftiger Zeitspannen möglich. Als nun auf der Erde ein Signal einer fremden Intelligenz registriert wird, startet eine Expedition mit dem Ziel, mit den fremden Wesen in Kontakt zu gelangen.
Am Ziel angekommen erweist sich das vermeintlich einfache Kontaktknüpfen als recht mühselig. Die ganze Expedition endet in einem Fiasko.

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Buchkritik.

Man merkt dem Buch nicht an, das es schon in den 1980er Jahren geschrieben wurde. Manche Kleinigkeiten sind mittlerweile keine Fiktion mehr, sondern Realität. Dies schadet der Spannung und der Aussage allerding keinen Deut. Aber offenbar geht es Lem auch gar nicht darum, einfach nur einen Science-Fiction Roman zu schreiben. Er, und das kenne ich aus anderen Büchern bereits, macht sich Gedanken darüber, ob die Menschen denn überhaupt in der Lage sind, eine fremde Intelligenz zu erkennen; geschweige denn mit dieser zu Reden. Es ist ja schon auf Erden kaum möglich, das sich zwei fremde Kulturen verstehen. Dabei haben diese doch den gleichen Blick auf die gleiche Umwelt und die gleiche Sonne. Dennoch tragen unterschiedliche technische und kulturelle Entwicklungen dazu bei, das zum Beispiel ein Mitteleuropäer und ein Buschmann sich zunächst kaum verstehen. Lange Zeit blieben auch die Hieroglyphen der Ägypter den heutigen Menschen ein Rätsel. Wie soll man da eine Intelligenz verstehen, die ganz andere Grundlagen der Entwicklung hat? Hier beginnt nun der Hauptteil des Romans. Das Raumschiff HERMES ist in der Nähe des zu untersuchenden Planeten angekommen. Dummerweise reagieren die Quintaner nicht auf Funksignale und auf sonstige Versuche der Kommunikation. Die Menschen können durch die dichte Wolkendecke auch keinerlei Lebenszeichen erkennen, keine Städte, keine Straßen und auch keine einzelnen Personen. Nur der Äther ist voll von Funksignalen, die allerdings ohne erkennbaren Sinn alle Frequenzen blockieren. Als das Raumschiff dann auch noch von automatisierten Drohnen angegriffen wird, eskaliert die Situation. Am Ende zerstören die Menschen in Ihrer -Kontakt um jeden Preis Aktion- den Mond und den Planeten der Quintaner. Der Roman beschreibt nachvollziehbar, wie die Menschen die vollkommen andersartige Welt nicht verstehen (können), aber dennoch alles mit irdischen Begriffen und Denkweisen zu erklären versuchen. Infolgedessen kommt es immer wieder zu gravierenden Mißverständnissen und somit auch zwangsläufig zu einer Katastrophe. Der Roman regt zum Nachdenken an und ist dennoch unterhaltsam und spannend. Daher gebe ich gerne 8 Punkte.

Lan (3/2012)

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