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Rezension zum Buch:
Das zweite Leben des Herrn Roos

Autor: Hakan Nesser

Das zweite Leben des Herrn Roos
TitelDas zweite Leben des Herrn Roos 
Autor Hakan Nesser
Seiten525 
Verlagbtb 
erschienen2008 
ISBN978-3-442-74243-1 
Bewertet mit 7 von 10 Punkten.
7 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Den Autor kannte ich noch nicht, und so kam das Buch als Empfehlung eines Bekannten zu mir.

Über dieses Buch.

Es wird beschrieben als ein Fall für Inspektor Barbarotti, der sich in Schweden ereignet hat.  Der Roman beginnt allerdings vollkommen ohne den Inspektor. Auf den ersten 244 Seiten werden dem Leser zwei der Hauptcharaktere vorgestellt. Zum Einen ist das Ante Valdemar Roos, der mit seinen fast sechszig Jahren sein Leben nochmals komplett ändert. Auf der anderen Seite ist Anna, kaum zwanzig, die aus einer Pflegeeinrichtung für Drogenkranke flüchtet. Der Zufall führt das ungleiche Paar zusammen. Roos hat sich eine abgelegene kleine Hütte gekauft, in der er die Tage verbringt. Seine Arbeitsstelle hat er aufgegeben, hält dies aber -wie auch den Kauf der Hütte- vor seiner Familie geheim. Abends kehrt er, immer widerwilliger, zu seiner Familie zurück.
Während ihrer Fluch kommt Anna am Abend in die Hütte und da niemand dort ist, quartiert sie sich zunächst dort ein. Roos gestattet Anna, auch weiterhin dort zu bleiben und so kommen sich die Beiden etwas näher. Bis es eines Tages zu einem Unglück kommt, bei dem ein Mensch den Tod erleidet. Von da an sehen Valdemar und Anna keine Alternative als die Flucht.
Ab diesem Zeitpunkt kommt auch Inspektor Barbarotti mit ins Spiel. Ausgehen von der gefundenen Leiche bei der Hütte findet die Polizei zunächst keinen Anhaltspunkt auf den Täter. Erst als Herr Roos von seiner Frau als vermisst gemeldet wird, kommt so nach und nach heraus, das Herr Roos schon seit einiger Zeit nicht mehr an seinem Arbeitsplatz war. Ausserdem wird bekannt, dass er der Eigentümer der Waldhütte ist. Die Spuren in der Hütte weisen zudem noch auf die Anwesenheit einer Frau hin. Ist Valdemar Roos, den alle als ausserordentlich langweilig bezeichnen, der Mörder, der nun mit einer jungen Frau durch Europa flüchtet? Der Inspektor nimmt die Spur auf.

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Buchkritik.

Der Roman weicht etwas von der klassischen Linie bei Kriminalromanen ab. Selten habe ich einen Kriminalroman gelesen, bei dem das Verbrechen erst in der Mitte des Buches begangen wird. Der Autor nimmt sich viel Zeit, die Persönlichkeit des Herrn Roos zu beschreiben und zu entwickeln. Auch die zweite Hauptperson, Anna, wird recht ausführlich beschrieben.  Danach geht es dann relativ zügig. Die Beiden befinden sich auf einer Flucht quer durch Europa und bei einer Gelegenheit schlägt Herr Roos einen Polizisten nieder. Nun müssen die Beiden noch vorsichtiger sein. Nach einiger Zeit beschließt Herr Roos, seinem Leben ein Ende zu setzten. Dazu nimmt er den Mord und den Anschlag auf den Polizisten auf sich und fährt an einen unbekannten Ort. Derweil begibt sich Anna mit letzter Kraft in ein Krankenhaus, wo sie quasi in letzter Sekunde gerettet werden kann. Dort hat dann auch der Inspektor die Gelegenheit, mit Anna zu sprechen. Ihm gelingt es jedoch nicht, den verschwundenen Herrn Roos zu finden. Dieser bleibt auch weiterhin verschollen. Das Buch ist unterhaltsam und ein Krimi, der den Fokus mehr auf die vermeintlichen Täter legt als auf die Ermittler. Das ist ein interessanter Ansatz, der natürlich eine Fortsetzung oder einen zweiten Teil etwas erschwert. Dennoch gebe ich dem Buch 7 Punkte.