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Rezension zum Buch:
Die lange Reise der Kometen um die Sonne

Autor: Manne Sauter

Die lange Reise der Kometen um die Sonne
TitelDie lange Reise der Kometen um die Sonne 
Autor Manne Sauter
Seiten330 
VerlagChampagne and Bonbons Press 
erschienen2013 
ISBN978-0-615-87284-1 
Bewertet mit 7 von 10 Punkten.
7 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Dieser Roman kam als Rezensionsexemplar zu mir. Vorangegangen war ein Kontakt via Email mit dem Autor.
Daher war ich recht gespannt auf das Buch.

Über dieses Buch.

Die Hauptperson des Buches hat keinen Namen, aber eine fast erwachsene Tochter, die er aber nur recht selten trifft. Nach einer gescheiterten Ehe und einigen trüben Jahren hat er wieder eine Lebensabschnittsgefährtin. Diese erwischt er aber bei einer Gelegenheit in einer eindeutig untreuen Situation. Damit bricht für Ihn eine Welt zusammen. Um seine depressive Phase besser meistern zu können, packt er seine sieben Sachen und reist in den hohen Norden zu seinen Freunden. Dort kann er in einer etwas abgeschiedenen Hütte allein mit seinem Kummer leben und wieder versuchen, auf die Beine zu kommen. Leider wird das erschwert durch seine stark angegriffene Gesundheit. Genau benannt wird die nicht, aber irgendwie scheint es sich dabei um Epilepsie zu handeln, da er unter Anderem einen Anfall schildert. Zu seinem Glück sind seine Freunde dort sehr verständnisvoll.
Nachdem er einige Zeit mit sich und seiner Krankheit allein mehr oder weniger vor sich hingelebt hat, bekommt er Besuch von seiner Tochter, die einige Zeit bei ihm bleibt. Es folgt eine langsame und zaghafte Wiederannährung der Beiden. Am Geburtstag der Tochter erscheint dann noch seine Exfrau, was ihn zunächst wieder ein wenig zurückwirft. Aber es geschehen noch mehr Dinge, die ich an dieser Stelle nicht verraten möchte.

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Buchkritik.

Zu Beginn bin ich nur recht stockend durch den Roman gekommen. In den ersten Kapiteln musste ich mich zunächst an die Sprache gewöhnen. Das Buch ist so geschrieben, wie man mitunter für sich im Stillen denkt. Im Ergebnis sind das dann Sätze und Worte, die ich persönlich nicht in einem Buch vertexten würde. Zum Beispiel : "Es ist arschlkalt, hier liegt in der Tat noch Schnee und gar nicht mal so wenig - verdammt ich bin direkt in den polaren Winter gereist, was für eine scheiss bekloppte und idiotische Idee..." Zudem herrscht eine recht düstere und depressive Grundstimmung vor. Aber im Nachhinein muss ich feststellen, dass das passt. Der Mensch ist eben ganz tief im Seelenkeller gelandet, da sind harte Formulierungen durchaus gerechtfertigt. Aber irgendwann kommt dann doch noch etwas Sonnenschein. Für mich stellt ein Satz im letzten Drittel des Buches einen Wendepunkt dar. Ich zitiere den mal: "Du wirst sowieso nie herausfinden, welcher Sonnenaufgang oder -untergang der schönste ist oder war. Solange du nicht bereit bist, den jetzigen als den schönsten in deinem Leben anzusehen, wirst du nicht einen einzigen davon in seiner wirklichen, vollendeten Schönheit wahrnehmen können. Erst wenn du das kannst - wirst du frei sein."
Damit hat der Autor einen Satz geschaffen, dem ich voll zustimmen kann. Ich kenne Leute, die verfügen über Terabyte an Musik, können aber kein Musikstück in Ruhe geniessen, da nach spätestens 5 Sekunden der nächste Song gespielt werden muss. Grausam.
Aber zurück zum Roman. Ab da kommt der Hauptperson so langsam die Einsicht, dass nicht alles in seinem Leben Mist war. Zwar ist er weiterhin stark durch seine Krankheit beeinträchtigt, aber zusammen mit der Tochter schöpft er wieder etwas mehr Lebensmut.
Wer sich selbst jenseits der Vierzig sieht, kann aus dem Buch jede Menge Momente mitnehmen, die man selber auch schon einmal erlebt haben könnte. So auch die Rückblicke auf die alten Zeiten, als es im Leben noch viele Möglichkeiten gab. (Und als noch gute Musik gespielt wurde). Wenn ich so darüber nachdenke, kann ich dem Buch gerne 7 Punkte geben.

Lan (1/2014)