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Rezension zum Buch:
Verlangen nach Leben

Autor: Petra Stark

Verlangen nach Leben
TitelVerlangen nach Leben 
Autor Petra Stark
Seiten191 
VerlagEvangelische Velagsanstalt 
erschienen2013 
ISBN978-3-374-03146-7 
Bewertet mit 6 von 10 Punkten.
6 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Das Buch kam als Rezensionsexemplar zu mir. Ein Grund, den Roman einmal zu Lesen.

Über dieses Buch.

Hier geht es um die Geschichte einer alleinerziehenden Frau, die mit Ihrem Sohn in der ehemaligen DDR lebt und einfach nur versucht, ihr Leben bestmöglich einzurichten. Im Laufe der Zeit sieht sie aber kaum noch eine andere Möglichkeit für sich und ihre Familie, als in den Westen zu ziehen. Dabei werden ihr allerdings allerlei Steine in den Weg gelegt. Zudem wird sie verhaftet und erst nach der Haft kann sie endlich in den Westen übersiedeln. Ergänzt wird die Geschichte im Anhang durch Auszüge aus der Stasi-Akte der Autorin.

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Buchkritik.

Zunächst muss ich ein paar Dinge vorausschicken, damit meine Kritik zu diesem Buch auch im richtigen Sinn verstanden werden kann. Die Mauer wurde damals vor meiner Geburt errichtet. Und als ich mich so langsam für das Zeitgeschehen zu interessieren begann, da war für mich die DDR ein Land, von dem man kaum Informationen bekam und das man auch nicht so einfach besuchen konnte. Alles, was man als den Ostblock bezeichnete, war nahezu unerreichbar und auch als Reiseziel wenig attraktiv. In dieser Zeit war ich für in paar Wochen in Ungarn im Urlaub. Meine Vermieterin vor Ort hatte eine Tochter, die in der DDR lebte. So bekam man bei den abendlichen Gesprächen einen recht lebendigen Eindruck vom Leben in der DDR und in Ungarn. Jedoch kam das Thema Stasi nie zur Sprache; ob man nicht darüber reden wollte oder konnte, das konnte ich nicht herausfinden. Dann kam der Mauerfall und die Welt rückte ein wenig mehr zusammen.
Das Buch ist in der Form eines Tagebuchs geschrieben, bei dem es zu besonderen Tagen längere Eintragungen gibt, die dem Leser einen Einblick in das Leben der Hauptperson gibt. Sie wird als Petra bezeichnet. An einigen Stellen jedoch schreibt die Autorin in der Ich-Form. Ob das so gewollt ist, weiss ich nicht. An einer Stelle beschreibt Sie, das Sie auf eine Bewerbung keinen Erfolg hatte, und das ein Eintrag in Ihrer Stasiakte der Grund dafür sei. Dieser Aktenauszug liegt im Anhang vor, ergibt aber auch keine näheren Informationen über das Warum der Ablehnung. Das kann einem allerdings auch Hier und Jetzt passieren. Man bewirbt sich auf eine Stelle und bekommt auch nach Wochen und Monaten keine Rückmeldung.
Allerdings sind auch die Gründe für Ihre Verhaftung ähnlich nebulös. Das ist dann in der Tat etwas, worüber man sich im Nachhinein noch ärgern kann und soll. Insgesamt gesehen bietet das Buch einen Einblick in eine Zeit, in der man kaum einen unbewachten Schritt machen konnte und selbst die eigene Gesinnung und die eigenen Vorlieben aktenkundig wurden. Es ist in der Tat beklemmend, zu erkennen, wie die Partei seinerzeit mit Ihren Bürgern umgegangen ist. Das kann sich eigentlich niemand wünschen. Allerdings haben wir eine umfassende Überwachung, dank NSA und Konsorten, auch heute. Was wir aber gottlob nicht haben und hoffentlich auch nie haben werden, ist der Umstand, das die gesammelten Informationen gezielt gegen die Betroffenen verwendet werden. Und dies war offenbar in der DDR der Fall.
Da es sich bei dem Buch nicht um einen Roman im klassischen Sinne handelt, fällt es mir natürlich schwer, eine vernünftige Bewertung vorzunehmen. Ich denke aber, aufgrund der Thematik sind 6 Punkte für das Buch angemessen.