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Rezension zum Buch:
Briefe von Draussen

Autor: Nelly Stockburger

Briefe von Draussen
TitelBriefe von Draussen 
Autor Nelly Stockburger
Seiten474 
Verlagvoxverlag 
erschienen2014 
ISBN978-3-981-22152-7 
Bewertet mit 6 von 10 Punkten.
6 Rezensionsspunkte

Weshalb dieses Buch?

Das Buch habe ich direkt vom Verlag erhalten. Da bin ich mal gespannt, denn der Rückentext verspricht einen tiefen Einblick in die 70er Jahre und die damals aufkeimende Jugendrevolte und Hippiebewegung.

Über dieses Buch.

Der Roman behandelt das Leben der Autorin, Nelly Stockburger, von der Kindheit bis in die heutige Zeit. Sie gehört mit zu den ersten, die in Trier von der Woge der Jugendrevolution in den 70er Jahren erfasst werden. Diese neue Jugendkultur beschreibt sie in 23 Briefen an einen Unbekannten. Als Adressat dieser Briefe kann sich allerdings auch der Leser fühlen. In jedem dieser Briefe erfahren wir als Aussenstehende etwas mehr von der Motivation, der Organisation und dem Gefühlsleben der so genannten Aussteiger.

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Buchkritik.

Zunächst muss ich beichten, dass ich zu Beginn ein wenig Probleme mit der Lektüre hatte. Dies lag aber nicht an der Autorin, sondern an dem Buch selbst. Mir ist jedenfalls bisher noch kein Buch untergekommen, dass dermassen viele und kleine Buchstaben in einer Zeile hatte. Das hat mir das Lesen etwas erschwert. Das aber nur zum Buch an sich.
Nach dem ich das Buch gelesen habe, weiss ich nicht so recht, was ich davon halten soll.
Die Autorin hat in der Tat eine recht schwere Kindheit hinter sich gebracht. Sie hat ihre Ausbildung zu Psychotherapeutin entgegen allen Widrigkeiten abgeschlossen. Im genau richtigen Alter kam dann die Jugendrevolution. So konnte Sie neuen Halt finden und sich neu im Leben positionieren. So hat die auch ihren eigenen Wertekanon geschaffen, nach dem sie auch heute noch lebt. Die Entstehung des Wertekanons kann der Leser in den Briefen verfolgen. Auch die hin und wieder aufkeimenden Zweifel und persönlichen Rückschläge offenbart die Autorin in schonungsloser Weise. Die Briefe zeigen dem Leser die dazu passenden Lebensabschnitte und einschneidenden Erlebnisse. Soweit kann man dem Werdegang gut folgen. Aber ich persönlich kann nicht allen Schlussfolgerungen zustimmen. Dazu fehlen mir wahrscheinlich die ntsprechenden Erfahrungen (ich bin wohl zu jung dazu) und theoretischen Kenntnisse. Einiges, wofür Sie damals schwer kämpfen musste, ist heute relativ selbstverständlich geworden. Festzuhalten bleibt aber, dass das Buch lesenswert ist. Es gibt, wie erwähnt, Einblick in die damalige Kultur und die Wünsche und Visionen der 68er Jugend. Das ist das interessante an dem Buch. Nebenbei ist es inhaltlich gut zu lesen und auch verständlich geschrieben. Für den, den dieses Thema interessiert, ist es ein gutes und informatives Buch, für andere erscheint es mir eher nicht geeignet. Auch aus diesem Gund habe ich mal wieder ein Problem mit der Punktevergabe, zumal es sich hier um eine ganz eigene Form der Erzählung handelt. Ich denke aber, 6 Punkte hat das Werk allemal verdient.

Lan (5/2014)